Januar 6

by Yücel Yanaz

Stell Dir vor, Du kaufst Dir den neuesten High-End-Rechner. Die Hardware ist brillant, das Design makellos. Doch jedes Mal, wenn Du ein anspruchsvolles Programm startest, stürzt das System ab. Warum? Weil im Hintergrund noch ein Betriebssystem aus dem Jahr 1994 läuft, das mit der heutigen Rechenpower völlig überfordert ist.

Genau so fühlen sich viele Menschen. Wir arbeiten an unserer Karriere, lesen Ratgeber über Souveräne Kommunikation und versuchen, diszipliniert zu sein – doch im Kern steuert uns ein veralteter Quellcode. Wer wirklich frei sein will, muss lernen, seine Glaubenssätze aufzulösen. Denn Dein Leben wird niemals größer sein als das Bild, das Du in Deinem Unterbewusstsein von ihm hast.

Glaubenssätze auflösen im Schnell-Überblick

  1. Der Quellcode Deines Lebens: Warum Du tust, was Du tust
  2. Die Hypnose der Kindheit: Wie die Software entstand
  3. Die 3 fiesesten Programme: Erkenntst Du Dich wieder?
  4. Der 5-Schritte-Reset: Glaubenssätze auflösen in der Praxis
  5. Der Gummiband-Effekt: Wenn das Ego zur Geiselhaft bittet
  6. Fazit: Werde vom User zum Programmierer


1. Der Quellcode Deines Lebens: Warum Du tust, was Du tust (und nicht, was Du willst)

Hast Du Dich jemals gefragt, warum Du trotz Deiner Intelligenz und Deiner harten Arbeit immer wieder an der exakt gleichen Stelle stecken bleibst? Warum Du das Buch über Psychologie des Geldes zwar liest, Dein Kontostand sich aber verhält wie ein dressierter Hund, der niemals über eine unsichtbare Linie springt?

Die Antwort liegt nicht in Deinem mangelnden Willen, sondern in Deinem inneren Quellcode. Ein Glaubenssatz ist keine bloße Meinung, die Du morgen einfach ablegen kannst wie ein altes T-Shirt. Es ist eine energetische Blaupause – die fundamentale Architektur Deiner Realität. 

Wir nennen das die Ego-Brille: Du siehst nicht die Welt, wie sie ist, sondern wie Deine Software sie Dir interpretiert.

Eine Strichzeichnung um Glaubenssätze auflösen zu können: zeigt ein Strichmännchen, das eine riesige, schwere Brille (Glaubenssatz) abnimmt und dadurch eine hellere, weitere Welt sieht

Du kannst Deine Glaubenssätze auflösen, sie sind die Brille, durch die Du die Welt siehst. Wenn Du die Brille wechselst, ändert sich Deine Realität.

Wenn Dein Ego zum "Moral-Hüter" wird

Nehmen wir ein klassisches Beispiel aus der Praxis: Nehmen wir an, in Deiner Kindheit fiel oft der Satz: „Reiche Leute sind arrogant und einsam.“ Dieser Satz ist nun tief in Deiner Software verankert.

Wenn Du heute versuchst, erfolgreich zu werden, bekommt Dein Innerer Bodyguard Panik. In seinem Code steht: Reichtum = Einsamkeit = Gefahr für das Überleben.

Um Dich vor dieser „Gefahr“ zu retten, wirft er die Nebelmaschine an. Du fängst an, Deine Glaubenssätze aufzulösen, indem Du sie unbewusst auslebst:


  • Du vergisst „zufällig“ den Termin mit dem Investor.
  • Du bekommst genau in der Nacht vor der entscheidenden Präsentation 39 Grad Fieber.
  • Du tätigst eine völlig irrsinnige Investition, die Dein Erspartes vernichtet, nur damit Du wieder im „sicheren“ Hafen der Mittellosigkeit landest.

Dein Ego sabotiert Deinen materiellen Erfolg, um Deinen „moralischen Charakter“ und Deine Zugehörigkeit zur sozialen Gruppe zu retten. Es ist ein Akt der Liebe Deines Egos zu Deinem alten Selbstbild – aber es ist eine Liebe, die Dich erstickt.

Software schlägt Hardware – Immer.

Du kannst noch so viel in Deine „Hardware“ investieren (Seminare, Coaching, Fachwissen), solange Deine Software auf „Mangel“ programmiert ist, wird sie das System korrumpieren. Du versuchst, Selbstsabotage zu überwinden, indem Du noch härter arbeitest, aber das ist, als würdest Du bei einem Auto mit angezogener Handbremse Vollgas geben. Der Motor glüht, aber Du kommst nicht vom Fleck.

Um Deine Realität wirklich zu verändern, reicht es nicht, die Apps (Dein Verhalten) zu löschen und neu zu installieren. 

Du musst in den Administrator-Modus wechseln und den Code direkt im Kernel bearbeiten. Erst wenn dort steht: „Ich darf erfolgreich UND ein guter Mensch sein“, wird der Widerstand im Außen schmelzen. Das ist der Moment, in dem Du die Innere Freiheit nicht mehr nur suchst, sondern sie verkörperst.


2. Die Hypnose der Kindheit: Wie die Software entstand

Die meisten Deiner mentalen Programme wurden zu einer Zeit geschrieben, als Du noch nicht einmal Deine eigenen Schnürsenkel binden konntest. Um zu verstehen, wie Du heute Glaubenssätze auflösen kannst, musst Du begreifen, dass Du als Kind keine Chance hattest, Dich gegen diese Programmierung zu wehren. Du hattest noch keinen kritischen Verstand, der als Türsteher fungierte.

Zwischen Deinem 0. und 7. Lebensjahr bist Du ein reiner emotionaler Schwamm. Dein Gehirn läuft fast permanent im sogenannten Theta-Modus. 

In der modernen Psychologie und Neurowissenschaft ist dies ein Zustand tiefer Hypnose. Das ist evolutionär absolut sinnvoll: Ein Kind muss extrem schnell lernen, wie die Welt funktioniert, um zu überleben. Doch genau hier liegt die Falle: Dein Gehirn unterscheidet in diesem Stadium nicht zwischen einer objektiven Wahrheit und der subjektiven, oft frustrierten Meinung Deiner Bezugspersonen.

Wenn die elterliche Frustration zum kosmischen Gesetz wird

Stell Dir eine klassische Szene vor: Du stehst als fünfjähriges Kind im Supermarkt und möchtest dieses eine Spielzeug haben. Dein Vater, der vielleicht gerade einen harten Tag bei der Arbeit hatte und sich Sorgen um die nächste Miete macht, stöhnt genervt: „Leg das weg! Wir können uns das nicht leisten. Wir sind kleine Leute, wir müssen den Ball flach halten.“

Für Deinen Vater war das ein Moment der Überforderung. Für Dein kindliches Gehirn im Theta-Zustand war es eine fundamentale Programmierung Deiner Ego-Brille.

Du hast nicht abgespeichert: „Papa ist gerade gestresst“, sondern Du hast den Quellcode geschrieben:

  1. „Ich bin klein.“
  2. „Ressourcen sind knapp und für mich nicht erreichbar.“
  3. „Große Sprünge sind gefährlich für unsere Sicherheit.“


Das Echo der Vergangenheit im Hier und Jetzt

Heute wunderst Du Dich vielleicht, warum Du Dich bei Gehaltsverhandlungen unwohl fühlst oder warum Du bei Deiner [LINK zu 6.0: Psychologie des Geldes] immer wieder gegen eine unsichtbare Wand rennst. Dein Innerer Kritiker nutzt heute genau diese uralten Tonbandaufnahmen, um Dich in der vermeintlich sicheren Komfortzone festzuhalten.

Jedes Mal, wenn Du nach den Sternen greifen willst, drückt er im Hintergrund auf „Play“ und lässt die Stimme Deines Vaters (oder Deiner Mutter, Lehrer, etc.) in Deinem Unterbewusstsein dröhnen.

Dieser interne Bodyguard meint es eigentlich gut – er will verhindern, dass Du die „Sicherheit“ der kleinen Leute verlässt und dadurch (in seiner Logik) die Zugehörigkeit zu Deinem „Rudel“ riskierst. Doch er arbeitet mit einem Datensatz, der 30, 40 oder 50 Jahre alt ist. Er versucht, ein modernes Leben mit einer Software zu steuern, die noch auf Lochkarten basiert.

Wenn Du heute beginnst, Deine Glaubenssätze aufzulösen, tust Du nichts anderes, als die hypnotische Trance Deiner Kindheit endlich zu beenden und Deine Innere Freiheit als Erwachsener einzufordern.


3. Die fiesesten Programme: Erkennst Du Dich wieder?

Lass uns ehrlich sein – wir alle haben diese „Viren“ im System. Manche sind so tief im Kernel versteckt, dass wir sie für unsere Persönlichkeit halten. Hier sind die Klassiker aus der Praxis, erweitert um die subtilen Saboteure, die Deine Innere Freiheit im Würgegriff halten:

A. Der „Ich bin nicht gut genug“-Virus (Der Endgegner)

Das ist die Mutter aller Blockaden. Er sorgt dafür, dass Du Dich in Meetings zurückhältst, obwohl Du die Lösung längst kennst. Er flüstert: „Wer bist du schon, dass man dir zuhört?“ Er ist der Grund, warum Du in Deiner Beziehung ständig Bestätigung brauchst oder bei der Manipulation im Außen sofort einknickst. Du glaubst, die Meinung der anderen sei das Gold, und Deine eigene nur Blech. Solange dieser Virus läuft, suchst Du Souveränität im Außen, statt sie im Innen zu programmieren.

B. Das „Harte-Arbeit-Dogma“ (Der Burnout-Beschleuniger)

„Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ oder „Ohne Fleiß kein Preis“. Menschen mit diesem Code können nicht entspannen, ohne sich schuldig zu fühlen. Selbst am Strand von Bali checken sie verstohlen E-Mails, weil ihr Ego ihnen einredet, sie seien wertlos, wenn sie nicht gerade leiden oder „produktiv“ sind. Sie haben völlig verlernt, die JOMO (Joy of Missing Out) zu genießen. Für sie ist Entspannung eine Bedrohung für ihr Selbstbild als „Macher“.

C. Die „Geld-ist-schmutzig“-Matrix (Die Wohlstands-Bremse)

Dieser Satz ist der größte Feind Deiner finanziellen Souveränität und verhindert jede Form von gesunder Psychologie des Geldes. Du verdienst zwar gut, aber am Ende des Monats ist Dein Konto auf magische Weise wieder leer. Warum? Weil Dein Programm Reichtum mit Arroganz, Gier oder Einsamkeit verknüpft. Du sabotierst Deinen Kontostand, um „einer von den Guten“ zu bleiben und die Zugehörigkeit zu Deinem sozialen Umfeld nicht zu riskieren.

D. Die „Perfektionismus-Lähmung“ (Der ewige Wartesaal)

Dieser Virus tarnt sich als hoher Qualitätsanspruch, ist aber in Wahrheit pure Angst vor Ablehnung. Sein Code lautet: „Wenn es nicht perfekt ist, bin ich angreifbar.“ Er führt dazu, dass Du Projekte niemals veröffentlichst, die Website zum zehnten Mal umbaust und den entscheidenden Schritt in die Selbstständigkeit nie wagst. Du wartest auf einen Moment der Fehlerfreiheit, den es nicht gibt. Dieser Bug verhindert Deine Selbstsabotage zu überwinden, weil Du gar nicht erst ins Handeln kommst.

E. Das „Harmonie-Diktat“ (Der Selbstverleugnungs-Modus)

„Ich muss es allen recht machen, um geliebt zu werden.“ Wenn dieser Satz Deinen Quellcode dominiert, bist Du das perfekte Opfer für Energieräuber. Du sagst „Ja“, wenn Dein ganzer Körper „Nein“ schreit. Du vermeidest Konflikte um jeden Preis und verkaufst das als Nettigkeit, obwohl es in Wahrheit Angst ist. Dieser Virus korrumpiert Deine Souveräne Kommunikation und führt in Deinen Beziehungen dazu, dass Du Dich völlig verlierst – das Gegenteil von Liebe ohne Ego.

F. Der „Warten-auf-die-Erlaubnis“-Bug (Die ewige Kindheit)

Dieser Virus ist besonders tückisch. Er lässt Dich glauben, dass Du erst noch ein Zertifikat, noch eine Ausbildung oder das „Okay“ von einer Autoritätsperson brauchst, bevor Du wirklich loslegen darfst. Du fühlst Dich wie ein Statist in Deinem eigenen Leben. Du hast die Ego-Brille eines Schülers auf, der darauf wartet, dass der Lehrer ihn aufruft. Souveränität bedeutet aber, sich die Erlaubnis selbst zu geben.


4. Der 5-Schritte-Reset: Glaubenssätze auflösen in der Praxis

Wie schreibst Du die Software nun konkret um? Viele scheitern hier, weil sie versuchen, ein altes, tief verwurzeltes Programm mit einem dünnen „Post-it am Badezimmerspiegel“ zu überkleben. Doch Dein Unterbewusstsein lässt sich nicht durch ein paar bunte Zettel austricksen.

Du musst das Programm im laufenden Betrieb umschreiben – während Du die Angst spürst, während Du zögerst, während Dein Innerer Bodyguard Alarm schlägt.

Hier ist das Protokoll für Deinen mentalen Neustart:

Schritt 1: Den Bug identifizieren (Die Detektiv-Arbeit)

Ein Bug im System zeigt sich immer durch eine Fehlfunktion im Außen. Beobachte Deine „Trigger“. Wo reagierst Du übermäßig emotional, defensiv oder mit Rückzug?

  • Die Praxis: Wenn Du merkst, dass Dein Puls steigt, weil Dein Chef Dir Feedback gibt, halte inne. Frag Dich: „Was muss ich über mich selbst glauben, damit mich diese Situation so sehr stresst?“ * Das Ergebnis: Schreib den Satz präzise auf. Nicht schwammig, sondern hart: „Ich glaube, dass meine Existenzberechtigung von fehlerloser Leistung abhängt.“ Das ist der Moment, in dem Du die Ego-Brille abnimmst und den Quellcode zum ersten Mal klar siehst.

Schritt 2: Die gnadenlose Beweisaufnahme (Den Zeugen verhören)

Dein Ego verkauft Dir Deine Glaubenssätze als „Naturgesetze“. In diesem Schritt zertrümmern wir diese Illusion. Nutze die Technik der „Work“ (nach Byron Katie) oder das sokratische Hinterfragen.

  • Die Praxis: Frage Dich: „Kann ich absolut sicher sein, dass dieser Satz zu 100 % wahr ist?“ (Die Antwort ist fast immer Nein). Suche aktiv nach Gegenbeispielen: Gab es Momente, in denen Du einen Fehler gemacht hast und die Welt NICHT untergegangen ist? Gab es Menschen, die trotz Makeln geliebt wurden?
  • Der Clou: Wir suchen hier nicht nach Ausreden, sondern nach der Wahrheit. Du merkst: Der Satz ist keine Wahrheit, sondern eine Entscheidung, die Du (meist unbewusst) getroffen hast.

Schritt 3: Den versteckten Nutzen entlarven (Das Bestechungsgeld des Egos)

Das ist der schwierigste, aber wichtigste Schritt beim Glaubenssätze Auflösen. Jedes noch so zerstörerische Programm hat eine „positive Absicht“. Es bezahlt Dir ein Schmerzensgeld.

  • Die Praxis: Frag Dich ehrlich: „Welchen Vorteil habe ich davon, diesen negativen Glaubenssatz zu behalten?“ * Beispiele: Wenn Du glaubst, Du seist „nicht talentiert genug“, schützt Dich dieser Satz davor, Dich jemals wirklich prüfen zu müssen. Er schenkt Dir die Sicherheit der Mittelmäßigkeit. Du musst keine Verantwortung übernehmen. Du kannst niemals scheitern, weil Du ja gar nicht erst antrittst.
  • Die Erkenntnis: Sobald Du merkst, dass Du den Schmerz des Glaubenssatzes gegen die „Sicherheit“ der Stagnation eintauschst, wird das Programm hässlich. Du erkennst die Geiselhaft Deines Egos.

Schritt 4: Die Installation des Updates (Präzise Neuprogrammierung)

Jetzt formulieren wir den neuen Code. Wichtig: Der neue Satz muss für Dich glaubwürdig sein. Dein Unterbewusstsein lehnt Lügen ab. Wenn Du pleite bist und sagst „Ich bin Millionär“, wird Dein System mit einer Fehlermeldung reagieren.

  • Die Praxis: Formuliere einen Prozess-Satz. Statt „Ich bin perfekt“, wähle: „Ich bin gerade dabei zu lernen, dass mein Wert unabhängig von meiner Leistung ist.“ Statt „Ich bin reich“, wähle: „Ich öffne mich täglich für neue Wege, Wert zu schöpfen und Fülle zu empfangen.“
  • Die Verknüpfung: Dieser neue Satz ist das Fundament für Deine Psychologie des Geldes oder Dein Selbstbild in der Liebe ohne Ego.

Schritt 5: Der Realitäts-Check (Die Verkörperung)

Ein Update ist erst installiert, wenn der Rechner neu gestartet wurde. In Deinem Leben ist das Handeln dieser Neustart.

  • Die Praxis: Handle heute mindestens einmal so, als wäre der neue Satz bereits Deine absolute Realität. Wenn Dein neuer Satz „Ich bin es wert, gehört zu werden“ lautet, dann melde Dich im nächsten Meeting als Erster zu Wort – auch wenn Deine Knie zittern.
  • Warum das wirkt: Souveränität entsteht nicht durch Affirmationen im stillen Kämmerlein, sondern durch das Sammeln von Referenzerfahrungen im echten Leben. Dein Gehirn braucht Beweise. Jedes Mal, wenn Du trotz Angst handelst, festigst Du den neuen Pfad. Dies führt Dich direkt zur Souveränen Kommunikation, weil Deine Worte plötzlich das Gewicht Deiner inneren Wahrheit tragen.

Praxistipp: Die Kläranlage Deines Geistes

Oft sind unsere einschränkenden Glaubenssätze so tief vergraben, dass wir sie im Alltag gar nicht bewusst wahrnehmen. Wir spüren nur die Blockade oder den Widerstand. Die Management-Trainerin und Psychologie-Legende Vera F. Birkenbihl hat dafür eine ebenso einfache wie geniale Technik entwickelt: Das Gedanken-Monitoring (auch bekannt als die „Kläranlage des Geistes“).

In diesem Video erklärt sie, wie Du Deinen „Feind im Kopf“ entlarvst, indem Du Deine Gedanken ungefiltert aus dem System leitest.

„Nachdenken ist verboten – der Stift muss sich die ganze Zeit bewegen.“ – Vera F. Birkenbihl

Warum diese Übung Deine Glaubenssätze knackt:

  • Ungefilterte Wahrheit: Indem Du 10 Minuten lang alles aufschreibst, was kommt (selbst wenn es nur „Mir fällt nichts ein“ ist), umgehst Du Deinen logischen Filter und den Inneren Bodyguard.
  • Muster erkennen: Wenn Du Deine Aufzeichnungen nach einigen Tagen liest, erkennst Du die sich wiederholenden Sätze – die „schwarze Soße“ Deines Systems. Das sind Deine unbewussten Glaubenssätze.
  • Selbsterforschung nach Goethe: Birkenbihl zeigt eine Technik, wie Du durch wiederholtes Kommentieren Deiner eigenen Notizen tiefere Schichten Deiner Persönlichkeit freilegst, ohne einen Therapeuten zu benötigen.

Vera F. Birkenbihl - Innere Blockaden lösen


5. Der Gummiband-Effekt: Wenn das Ego zur Geiselhaft bittet

Sobald Du ernsthaft damit beginnst, Deine Glaubenssätze aufzulösen, passiert etwas Paradoxes: Statt tiefer Erleichterung spürst Du oft erst einmal massiven Widerstand. Es fühlt sich an, als hättest Du ein emotionales Gummiband um die Hüfte, das Dich mit jeder Meile, die Du Richtung Freiheit läufst, heftiger zurück in Deine alte, vertraute Identität reißt.

Dieses Gummiband ist Dein Ego, und es kämpft gerade um sein Überleben. Du musst verstehen: Dein Ego unterscheidet nicht zwischen „gutem“ und „schlechtem“ Zustand – es unterscheidet nur zwischen „bekannt“ (sicher) und „unbekannt“ (Lebensgefahr). Wenn Du Deine Software umschreibst, bricht für Deinen Inneren Bodyguard die Welt zusammen. Er wird alles – wirklich alles – tun, um Dich zur Umkehr zu bewegen.

Glaubenssätze auflösen: Strichzeichnung einer Person, die aus der Komfortzone austritt aber immer noch am Gummiband hängt

Glaubenssätze auflösen: Sobald wir es schaffen, aus der Komfortzone herauszutreten, gibt es ein unsichtbares Gummiband, das uns wieder innerhalb der Komfortzone ziehe möchte: das Ego.

Das Waffenarsenal Deiner Selbstsabotage

Wenn das Gummiband sich dehnt, wird Dein System kreativ. Sei gewarnt, denn das Ego nutzt keine stumpfen Waffen, sondern chirurgische Eingriffe in Deine Psyche:

  • Die plötzliche Erschöpfung: Du hast Dir vorgenommen, heute den ersten Schritt in Dein neues Business zu machen? Plötzlich fühlst Du Dich bleischwer, wirst krank oder musst „dringend“ 10 Stunden schlafen. Das ist die biologische Bremse Deines Egos.
  • Der Nebel im Kopf: Sobald Du Dich mit Deinem neuen Quellcode befasst, verstehst Du plötzlich einfachste Zusammenhänge nicht mehr. Du fühlst Dich dumm, verwirrt und verlierst den Fokus. Das ist der Versuch Deines Egos, den Administrator-Zugang zu blockieren.
  • Die Beziehungs-Sabotage: Das ist besonders tückisch. Um den Fokus von Deiner inneren Arbeit abzulenken, fängst Du völlig grundlos Streit mit Deinem Partner an. Du projizierst Deinen inneren Konflikt nach außen, was oft in zerstörerischen Dynamiken endet, die ich im Guide Liebe ohne Ego beschreibe. Dein Ego hofft, dass Du so sehr mit dem Beziehungs-Drama beschäftigt bist, dass Du Deine Transformation vergisst.

Die Glücks-Obergrenze: Dein inneres Thermostat

In der Psychologie nennen wir das das Upper Limit Problem. Jeder von uns hat ein inneres Thermostat für Glück, Erfolg und Liebe. Wenn Deine Software auf „Lauwarm“ programmiert ist und Du plötzlich „Heiß“ (Erfolg/Fülle) erlebst, wird Dein inneres System die Kühlung auf Maximum drehen, um wieder das gewohnte Level zu erreichen.

Du fängst an, Fehler zu machen, Du verlierst Geld oder Du verhältst Dich unmöglich gegenüber Menschen, die Dich lieben. Du versuchst, Deine Glaubenssätze aufzulösen, aber Dein Ego schreit: „Das ist zu viel Glück, das halten wir nicht aus! Geh zurück in den Mangel, dort kennen wir uns aus!“


Das Reißen des Bandes: Der Schmerz vor der Freiheit

Die Dehnung des Gummibandes ist der Schmerz des Wachstums. Viele Menschen interpretieren diesen Widerstand als Zeichen, dass sie auf dem falschen Weg sind. Sie sagen: „Es fühlt sich so schwer an, vielleicht soll es nicht sein.“ Das ist die größte Lüge Deines Egos.

In Wahrheit ist massiver Widerstand das sicherste Zeichen dafür, dass Du kurz vor dem Durchbruch stehst. Du kratzt an Deiner Glücks-Obergrenze. Wenn Du jetzt dranbleibst, wenn Du den Schmerz der Dehnung aushältst und trotz der Zweifel handelst, wird das Band irgendwann reißen.

In dem Moment, in dem das Gummiband reißt, verliert das alte Programm seine kinetische Energie. Du fällst nicht zurück, sondern Du katapultierst Dich in eine neue Ebene der Inneren Freiheit. Du hast das System gehackt. Ab hier wird das Neue zur neuen Normalität – bis Du die nächste Ebene Deiner Souveränität erreichst.

Glaubenssätze auflösen: Strichzeinung einer Person, die es schafft, sich aus der Komfortzone endgültig zu befreien

Aus der Komfortzone heraustreten ist kein einmaliger Akt. Um unsere Glaubenssätze auflösen zu können, müssen wir immer wieder daran arbeiten.


6. Fazit: Werde vom User zum Programmierer

Deine alten Glaubenssätze sind keine Schicksalsschläge. Sie sind lediglich alte Kommentare im Quellcode Deines Egos. Wenn Du lernst, sie bewusst zu editieren, wechselst Du von der Opferrolle in die Gestalterrolle. Du gewinnst die Innere Freiheit zurück, die Dir von Geburt an zusteht.

Bereit für das nächste Level?

Über den Autor

Yücel Yanaz

„Als ehemaliger Marketing-Insider und Agenturgründer hat Yücel Yanaz jahrzehntelang studiert, wie das menschliche Ego auf Trigger reagiert.

Heute nutzt er dieses Wissen als Begründer der EGO GO HOME-Methode, um Menschen aus der Falle der Selbstsabotage zu befreien. Er ist Experte darin, unbewusste ‚Glücks-Obergrenzen‘ zu sprengen und den ‚unsichtbaren Beifahrer‘ liebevoll auf den Rücksitz zu verbannen.

Sein Ziel: Echte innere Freiheit und Souveränität jenseits von Leistungsdruck und Ego-Strategien.“

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